„Hat jeder seinen Luther?“ Kita Machern feierte Reformations-Gottesdienst

Die Reformation den Kleinen nahe bringen - dass das geht, zeigt die Kindertagesstätte „Weidenkörbchen“ in Machern. Kürzlich feierte die Diakonie-Kita einen Gottesdienst zu dem großen Thema. Die Kinder strömten dafür in die Macherner Kirche und füllten sie mit Leben: Ganz vorne sitzen die Kleinsten auf Bodenkissen, es wird geklatscht, Flöte gespielt und fröhlich gesungen, daneben schlummert ein Krippenkind im Wagen.
Pfarrerin Barbara Lötzsch schlägt eine Bibel auf und liest den ersten Satz auf Hebräisch vor: „Bereschit bara elohim …“ Offene Münder in der Kirche. „Früher gab es nur Bibeln in dieser Sprache, die nicht viele lesen und verstehen konnten“, erklärt sie. Aber dann kam Martin Luther - vor 500 Jahren. „Das ist so lange her, dass vielleicht der Opa vom Opa des Opas – 7 mal ‚Opa‘! - den noch gekannt hätte. Er hat die Bibel übersetzt, so dass jetzt alle die Geschichten von Gott und von Jesus lesen und erfahren können, wie Gott die Menschen lieb hat“, so die Pfarrerin, „wenn wir etwas über Gott wissen wollen, können wir die Oma und die Tante Katrin aus der Kita fragen - oder dank Martin Luther in der Bibel nachschauen“.
Die Kinder haben bei diversen Morgenkreisen und einer Andacht bereits viel über Martin Luther gehört und so wissen sie schon gut Bescheid. Zum Einsatz gekommen ist in der Kita auch ein Erzähltheater mit großen Bildkarten über Luthers Leben, das sie mit in die Kirche genommen haben. Dort haben sie es mit diversen Bilder-Bibeln aufgebaut, die nach dem Gottesdienst dicht umlagert werden. „Ich bin beeindruckt, wie man Reformation im Kindergarten vermitteln kann“, sagt Barbara Lötzsch.
Jedes Kind bekommt am Ende seinen eigenen Luther: als Playmobil-Figur. „So haben sie etwas zum Anfassen und Mit-nach-Hause-nehmen“, erklärt Kita-Leiterin Isabel Praprotnick-Czerwinka, die am Schluss des Gottesdienstes in die Kirche ruft: „Hat jeder seinen Luther?“