Drei Nationen – Ein Europa

Nachlese zum XI. internationalen Seniorentreffen der Kommunen Macheren, Linden, Purgstall und Machern im französischen Macheren

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren 15  Macherner Seniorinnen und Senioren mit Bürgermeisterin Doreen Lieder und Bürgermeister a.D. Frank Lange vom 12. – 16. September 2016  zum XI. Internationalen Seniorentreffen in Macherns französische Partnergemeinde Macheren.
In der am Wege gelegenen Partnerstadt Linden legte man nicht nur eine kurze Verpflegungspause ein, sondern es füllte sich der Bus auch mit einer Lindener Seniorengruppe und 2 weiteren Machernern.  Herzlich war der Empfang der Delegationen aus Deutschland und Österreich  im rekonstruierten Gemeinschaftshaus in Macheren durch die Vizebürgermeister Claude Schäfer und Sabine Dome, die den urlaubsbedingt abwesenden Bürgermeister  Jean Meketyn vertraten sowie den Präsidenten des Partnerschaftsvereins  „Macheren ohne Grenzen“ Dominique Schmitt. Die folgenden 3 Tage hielten ein interessantes Programm für die Reiseteilnehmer bereit. Persönliche Begegnungen mit alten und neuen Bekannten, viel Wissenswertes bei  Besichtigungen und natürlich auch der kulturelle und kulinarische Austausch waren wesentlicher Bestandteil. 


Der erste Tag stand ganz im Zeichen der internationalen Partnerschaft. Am Vormittag wurde am Ortseingang des Macherener Ortsteils Moulin Neuf direkt an der RN 3 Paris – Saarbrücken  eine neue Tafel eingeweiht, die auf die Städte- und Gemeindepartnerschaft mit Machern und Linden hinweist.  Solche Tafeln befinden sich nun auch an anderen Ortseingängen in der Gemeinde Macheren. Am Nachmittag stand dann die Besichtigung des europäischen Parlaments in Straßburg mit Teilnahme an der leider nur von Abgeordneten mäßig besuchten Debatte zur Wahrung der Menschenrechte in Polen an.
Am zweiten Tag wurde den Teilnehmern die wirtschaftliche Vergangenheit und Zukunft der Region Lothringen näher gebracht. Hier wurden viele Parallelen zu unserer Heimatregion im Leipziger Land deutlich. Nach dem Ausstieg aus der Steinkohleförderung Mitte der 90ger Jahre des letzten Jahrhunderts, die Lothringen über Jahrhunderte prägte,  stand die Region vor einem großen wirtschaftlichen Wandel. Zahlreiche Arbeitsplätze fielen weg bzw. mussten in anderen Bereichen neu geschaffen werden. Als Schlüsselindustrie wird dabei die Polymerindustrie und  –forschung  angesehen. Bei der Besichtigung eines derartigen Betriebes in Porcelette konnte sich „manch gelernter DDR-Bürger“ ein Schmunzeln nicht verkneifen, denn die Produktion von Werkstoffen mit den Grundbestandteilen Harz und Fasern kam noch aus den Zeiten des Trabants bekannt vor.


Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Lothringer Bergbautradition mit der Besichtigung des Schaubergwerks in Klein Rosseln. Hier wurde über Tage die unter Tage angewendeten Abbauverfahren in den Steinkohlengruben so plastisch dargestellt, dass man hätte denken können, die Bergleute seien nur mal eben zum Schichtwechsel ausgefahren. Besonders interessant war dieser Tag für den 87 jährigen Reiseteilnehmer Karl-Heinz Ulbrich. Der heute im Bielefeld wohnende Ex- Macherner war vor 70 Jahren als Hilfshauer  im gleichen Revier tätig.
Der Rohstoffreichtum an Eisenerz und Steinkohle war es auch, der Lothringen immer wieder zum Spielball der Mächte Frankreich und Deutschland machte. So stand der dritte Tag unter dem Thema Erinnerung und Besinnung. Nachdem am Morgen die Kirchen in Macheren besichtigt worden sind und eine kleine Andacht abgehalten wurde, stand die Besichtigung eines Teils der Ligne Machinot, jener Grenzbefestigungsanlageaus den 30 er Jahren, die Frankreich vor einem deutschen Angriff schützen sollte, auf dem Plan.


Neben dem umfangreichen Programm blieb für Bürgermeisterin Doreen Lieder, die zum ersten Mal in der Partnergemeinde weilte, noch Zeit die Grundschule und den Kindergarten in Macheren zu besuchen, um dort für die Gedanken der  Partnerschaft zu werben.
Die Abende waren geprägt von gemeinsamen Gesprächen unter allen Teilnehmern,  gemeinsamen Gesang, Lothringer Mundarttheater und gutem Essen. An dieser Stelle unser herzliches Dankeschön an Frederic Weissenbach, der in der Küche alles managte und allen Helfern, die für beste Versorgung sorgten!
Am letzten Tag beendete das gemeinsame Singen des Liedes „Wahre Freundschaft“, das in elf Jahren zur Hymne der Seniorenbegegnung geworden ist, das freundschaftliche Treffen der drei Nationen in der Hoffnung viele Teilnehmer  im nächsten Jahr zum XII. Seniorentreffen in Machern wieder zu sehen.
Das internationale Seniorentreffen hat sich als tragende Säule in der Städte- und Gemeindepartnerschaft etabliert. Wer einmal eine der vielen Veranstaltungen besucht hat, spürt die enge Verbundenheit der unterschiedlichen Teilnehmer, egal ob diese aus Österreich, Frankreich, Hessen oder Sachsen stammen. Es ist gerade heute in einer schwierigen Zeit für den europäischen Gedanken wichtig, durch derartige Aktivitäten andere Kulturen zu erleben  und die Menschen einander näher zu bringen. Nur so kann Verständnis füreinander die Basis für ein weiteres gemeinsames Miteinander bilden.
Wir danken dem Verein Macheren ohne Grenzen sowie der Gemeinde Macheren für die  sehr gute Organisation sowie dem Busunternehmen Pervenio mit dem Fahrer Jens Medicke für die angenehme Fahrt recht herzlich.

Frank Lange Bürgermeister a.D.     

die Seniorinnen und Senioren

Doreen Lieder Bürgermeisterin

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