Gemeindefeuerwehr Machern unterstützt bei Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

eingestellt am 03.08.2021

Gemeindefeuerwehr Machern unterstützt bei Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

Nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz unterstützte die Gemeindefeuerwehr Machern in zwei Projekten die Betroffenen direkt vor Ort.

Wie wichtig Hilfe und Unterstützung in solchen Fällen ist, konnten wir als Feuerwehr bzw. Gemeinde Machern in den Jahren 2002 und 2013 bereits selber leidvoll, nach den beiden Mulde-Hochwassern, erfahren. Umso mehr galt es nun, die erfahrene Hilfe aus den vergangenen Hochwassern ein Stück weit wieder zurückzugeben.

Bereits einen Tag nach der Katastrophe initiierte die Ortsfeuerwehr Gerichshain mit dem Förderverein Feuerwehr Gerichshain und der Ortsfeuerwehr Borsdorf eine gemeinsame Sachspendenaktion über das soziale Netzwerk. Der Zuspruch und die Beteiligung aus der Bevölkerung war überwältigend, so dass beide Gerätehäuser bereits nach einem Tag mit ausreichend Spenden gefüllt waren und weitere Annahmetage aufgrund der Masse an Sachen vorerst abgesagt werden mussten. In den folgenden Tagen wurden die Sachspenden durch fleißige Helfer sortiert und in Kartons verpackt. Der eigentliche Plan, die Spenden direkt zur zentralen Sammelstelle auf den Nürburgring zu verbringen, musste verworfen werden, da dort bereits zu viele Sachspenden eingegangen waren und weitere vorerst nicht angenommen wurden. So galt es in den nächsten Tagen durch die Verantwortlichen viel zu telefonieren (in Summe über 60 h) und es gelang ein Kontakt in das nordrhein-westfälische Hagen. Am 23. Juli 2021 um 06:00 Uhr war es dann so weit.  Ein Fahrzeugverband, bestehend aus mehreren Feuerwehren des Landkreises Leipzig und Spediteuren, setzte sich mit den gut 700 Kartons in Bewegung. Ziel waren die Städte Hagen und Wesseling. Um die Mittagszeit waren alle Fahrzeuge entladen und nach kurzer Stärkung der Einsatzkräfte wurde dann wieder die Heimreise angetreten.

Ein Bild, das drinnen, Boden, mehrere enthält.</p>
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Übergabe der Sachspenden in Hagen durch die Kameraden Manuel Mayer, Ivo Hennig und André Ludwig

Das zweite Projekt, welches durch unsere Kameraden begleitet wurde, war die Unterstützung vor Ort. Durch das Landratsamt Landkreis Leipzig wurden die Städte und Gemeinden abgefragt, ob diese materiell und personell im Schadensgebiet unterstützen könnten. Auch hier wurde unsere Unterstützung zugesichert und am 22.07.2021 erhielten wir den Marschbefehl für das Einsatzgebiet in Rheinland-Pfalz. Die Aufgabe sollte darin bestehen, die eingesetzten Kräfte und Mittel aus den Gemeinden Bennewitz, Thallwitz und Brandis aus dem Einsatz herauszulösen. Der Vorbereitungszeitraum war sehr knapp bemessen und so galt es in kürzester Zeit eine Einsatzgruppe aus 6 Einsatzkräften und das benötigte Material zusammenzustellen. Als Fahrzeug sollte das Hilfeleistungs- Löschgruppenfahrzeug (HLF20) der Feuerwehr Gerichshain in Einsatz gebracht werden. Eifrig wurden an dem Freitag sodann Schläuche, Wathosen, Gummistiefel, Pumpen, Getränke, Schlafsäcke, Isomatten und persönliche Schutzausrüstung auf das Fahrzeug verladen. Der Bürgermeister Karsten Frosch überreichte gut gefüllte Verpflegungsbeutel, verbunden mit den besten Wünschen für die Fahrt. Am Samstag, dem 24.07.2021 war es dann um 01:00 Uhr soweit und unsere Einsatzkräfte fuhren den Sammelpunkt der Feuerwehr Markkleeberg an und stellten dort ihren Marschverband bestehend aus den Feuerwehren Borna, Lossatal, Regis-Breitingen, Markkleeberg und Machern her. Nach einem knapp 12 h dauernden Fahrzeugmarsch der sieben Fahrzeuge in das Einsatzgebiet im rheinland-pfälzischen Rech wurden die dortigen Einsatzkräfte aus ihrem Einsatz herausgelöst. Fortan waren wir für den Einsatzabschnitt in Rech Nord (nördlich des Flusses Ahr) verantwortlich und dieser wurde in zwei Einsatzabschnitte aufgeteilt. Die Aufgabe bestand darin, Häuser vom Schlamm zu befreien und zu beräumen, die Keller mittels Strahlrohrs und Wasser zu säubern, umgekippte Öltanks zu sichern und wieder aufzustellen, Straßeneinläufe zu reinigen und Straßen zu benetzen (zu viel Staub), Anforderungen von Bürgern zu koordinieren und freiwillige Helfer vor Ort einzuteilen. Über die Zentrale Einsatzstelle Rech Nord und Süd wurden am Nürburgring mittels Hubschrauber verschiedene Materialien angefordert und innerhalb kurzer Zeit eingeflogen (IBC-Behälter – 1000 Liter Brauchwasserbehälter, Elektromaterial 16/32-A Verteilerwürfel, Verlängerungskabel zum Aufbau der Infrastruktur, Gitterboxen).

Die Kameraden waren zentraler Ansprechpartner der Bürger, oft auch nur, um zuzuhören, über das Erlebte zu sprechen, für sie da sein und etwas Zuversicht und Optimismus zu verbreiten. In dem gesamten Einsatzzeitraum wurden so annähernd 80 Einsätze abgearbeitet. Die Verpflegung erfolgte über die Bundeswehr.

Ein Bild, das Boden, draußen, Person, arbeitend enthält.</p>
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Nach 4 anstrengenden Tagen konnte der Einsatzabschnitt dann am Dienstagmittag an die Feuerwehren Markranstädt und Trebsen übergeben werden und es begann die Rückfahrt nach Hause.

Was unsere Einsatzkräfte rückblickend mitnahmen, ist die massive Zerstörung ganzer Ortschaften und das dadurch entstandene Leid, aber auch die riesige Hilfsbereitschaft der Helfer und die große Dankbarkeit der Bevölkerung gegenüber unseren Kameraden.

Nach dem Einsatz gilt es nun, das Erlebte zu verarbeiten, ein Resümee zu ziehen und den Einsatz auszuwerten, aber auch aus den Erfahrungen Lehren zu ziehen und dies auf eigene Einsatzpläne und Strategien innerhalb unserer Gemeinde anzupassen.