Museum im Stasi-Bunker

In den Jahren 1968 bis 1972 wurde im Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche die Ausweichführungsstelle der Bezirksverwaltung Leipzig des Ministeriums für  Staatssicherheit (MfS) als ein streng geheimes und geschütztes Objekt gebaut, und zwar als getarnte Bunkeranlage. Auf dem Objektgelände standen die Legendierungshalle als Tarnhalle für den Bunkerein- und –ausgang (Bild), das Wohnhaus des Bunkerkommandanten am Zugangsweg und 3 Bungalows. Alles  getarnt  als Ferienanlage des VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Leipzig.


Die Legendierungshalle als getarnter Zugang zum Bunker, der unterirdisch in 6 m Tiefe vor dieser Halle bis  zu dem im Bild vorn sichtbaren
Luftzuführungsrohr reicht (s. Hinweistafel  Bild u.).


Hinweistafel auf dem Gelände des Museums im Stasi-Bunker. Das schräg gestreifte Feld kennzeichnet die unterirdische Bunkerfläche bis
zur Legendierungshalle (schwarz).

Vor dem Hintergrund der damals entstandenen Möglichkeit eines heißen Konfliktes zwischen den westlichen und östlichen Militärblöcken  wurden von beiden  Seiten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen getroffen, die auch beiderseitige Bunkerbauten  einschlossen. Die genannte Ausweichführungsstelle an den Lübschützer Teichen war im Spannungs- und Mobilmachungsfeld nicht nur als Schutz- sondern auch als Führungsbunker vorgesehen. Sie wurde bis zum Ende der DDR stets einsatzfähig gehalten, jedoch nie „richtig“ genutzt. Sie war befähigt, 100-120 Personen eine Zeitlang autark zur operativen Arbeit aufzunehmen, vom Funker bis zum Offizier, wie Tobias Hollitzer im „Kreuzer“ Nr. 9/2000 ausführt. Ständig vor Ort waren im Range eines Majors der Bunkerkommandant und sein Stellvertreter sowie eine Gruppe von etwa 6 Wachsoldaten des MfS und einige Wachhunde.

Im Tresenwald in der Nähe der großen Wiese befand sich in etwa 3 km Entfernung vom Bunker der Ausweichführungsstelle des MfS an den Lübschützer Teichen die „abgesetzte Sendestelle“.  Sie war  in einem röhrenförmigen kleineren Bunkertyp FB 3 untergebracht und wurde über Kabel von der Ausweichführungsstelle fernbedient (s. Hinweistafel Bild o.).
Zur Tarnung gehörten dort noch zwei Bungalows, die ablenkend als Ferienobjekte des Rates des Bezirkes Leipzig ausgewiesen waren. Aufgabe der „abgesetzten Sendestelle“ war die Verhinderung der Ortsentdeckung des Bunkers an den Lübschützer Teichen etwa durch feindliches Anpeilen, wenn von dort gesendet  würde. Die Anlagen im Tresenwald wurden schon 1989/1990 zerstört und  sind nicht mehr existend.
Dem Bürgerkomitee  Leipzig e.V. kommt der Verdienst zu und dabei besonders dem verstorbenen Pfarrer Gottfried Süß aus Machern, diesen Stasi-Bunker 1990 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu haben. Seit  September 1996 gibt es das „Museum im Stasi-Bunker“ , das  zur Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ in Leipzig gehört. Leiter der Gedenkstätte ist Tobias Hollitzer, Träger ist das genannte Bürgerkomitee. Das Gesamtgelände des Museums im Stasi-Bunker an den Lübschützer Teichen umfasst  5,2 ha und ist denkmalgeschützt.  (Text und Fotos: Machern, 15. 08 . 2010 /Prof. Dr. Heinz Mielke)

 

Öffnungszeiten und Kontakt

Geöffnet an jedem letzten Wochenende im Monat.
ständige Führungen, jeweils von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten werden rechtzeitig vorher bekannt gegeben.

Preise für Führungen:
5 Euro für Erwachsene
4 Euro für Schüler/Studenten

Sonderführungen für Gruppen sind auf Anfrage auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Termine Mai 2017
Termine Juni 2017
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