Pressemitteilung zum Projekt "Ju&Me"

Eingestellt am 28.09.2020

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Projekt „Ju&Me“ lässt Jugendliche zu Wort kommen
Wenn Jugendliche bei Führungsentscheidungen vor Ort mitreden dürfen, nützt das den Führungskräften, den Gremien, den Projekten und auf lange Sicht auch dem gesamten ländlichen Raum. Diese Erkenntnis hat das Pilotprojekt „Ju&Me“ offenbart.

Wie kann der ländliche Raum für junge Menschen attraktiv bleiben? Wie können Akteure und Akteurinnen in Entscheidungspositionen die Sichtweise von Jugendlichen besser erkennen und in ihre Arbeit integrieren? Diesen und weiteren Fragen ging das LEADER-Projekt „Ju&Me“ in den Regionen Leipziger Muldenland und Wesermünde Süd nach. Das Projekt fand als Kooperationsprojekt zwischen den beiden Regionen statt und wurde sogar nach Brüssel eingeladen, um bei der EU-Kommission vorgestellt zu werden.
Jugendliche wurden zu Mentoren und Mentorinnen ausgebildet und berieten Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. So bildeten sich in den Regionen jeweils fünf Tandems, die gemeinsam mehr als fünf Monate lang an bestimmten Themen arbeiteten.
„Das Projekt war ein Experiment der gelebten Partizipation“, erläutert Bernd Laqua, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER-Region Leipziger Muldenland. „Anstatt dass die Erwachsenen den Jugendlichen zeigen, wo es lang geht, haben wir den Spieß umgedreht“, so Laqua weiter. In der gemeinsamen Arbeit mit den Jugendlichen ging es insbesondere um Themen wie Jugendliche Lebenswelten, Ansprache von Jugendlichen, Social Media oder Zukunftswünsche und -ängste von Jugendlichen. Die jugendlichen Mentoren und Mentorinnen sahen sich Werbematerialien und Internetauftritte der Wirkungsbereiche ihrer Mentees an, berieten bei der Ansprache von neuen Azubis, nahmen an Sitzungen teil oder gaben Feedback zu zum Teil persönlichen Fragen im Umgang mit Jugendlichen. Die Mentees schätzten besonders die vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre, die Möglichkeit des Perspektivwechsels und die konkreten Verbesserungsvorschläge ihrer Mentor*innen. Sie sehen sich nun besser in der Lage, jugendliche Sichtweisen in ihre Arbeit einfließen zu lassen und wollen dies auch in Zukunft verstärkt tun.
Aber auch die Jugendlichen profitierten von dem Projekt, indem sie exklusive Einblicke in die Arbeitswelt erhielten und ihre eigenen Positionen vertreten konnten. Die Teilnehmenden berichten von einer Zunahme des Selbstvertrauens und des Vertrauens in die eigene Wirkung. Viele der Jugendlichen wollen in Zukunft weiterhin

vor Ort aktiv sein und sich in Gremien beteiligen, zwei Jugendliche werden ganz konkret in Zukunft die Arbeit im Koordinierungskreis der LEADER-Region Leipziger Muldenland begleiten. So profitiert am Ende die gesamte Region von dem verstärkten Engagement in Sachen Jugendbeteiligung.
Im Rahmen des Projekts fanden auch regionsübergreifende Beteiligungsformate statt, so haben Jugendliche aus beiden Regionen bei der Bewertung von Kleinprojekten des Regionalbudgets im Leipziger Muldenland mitgewirkt.
Geschult und begleitet wurden die Teilnehmenden von der Cluster Sozialagentur aus Hildesheim. Zu Beginn des Projekts wurden alle Teilnehmenden auf ihre jeweilige Rolle als Mentor*in bzw. Mentee vorbereitet. Während des Projekts wurden weitere Aufbauschulungen angeboten, deren Inhalte die Teilnehmenden nach eigenen Bedarfen bestimmt haben. Am Ende des Projekts findet nun eine Zertifikatsübergabe für alle ehrenamtlichen Mentor*innen statt.
„Das Projekt hat wieder einmal gezeigt, dass es sich lohnt, die Partizipation von Jugendlichen in ihrer Region zu stärken und die Jugendlichen ernst zu nehmen. Dies werden wir in den kommenden Jahren fortführen“, so Bernd Laqua, der auch als Bürgermeister in Bennewitz aktiv ist und so an einer geeigneten Stellschraube sitzt. Die Jugendlichen nehmen ihn beim Wort. „Wir werden uns weiter einmischen“, so Lina Petzold aus Wurzen. „Das will ich hoffen!“, so die Antwort von Laqua.

Weitere Informationen zum Projekt sowie zur LEADER-Region Leipziger Muldenland erhalten Sie unter
www.cluster-sozialagentur.de
https://www.leipzigermuldenland.de/

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an
Anke Persson
Cluster die Sozialagentur
05121 935 93 43