Umfrage Diskriminierungserfahrungen und diskriminierungsrelevante Einstellungen in Sachsen

eingestellt am 28.04.2021

Diskriminierungen stellen für viele Menschen in Deutschland eine alltägliche Realität dar. Diese erfolgt nicht nur anhand der sechs im AGG geschützten Diskriminierungsmerkmale (sexuelle Orientierung, Geschlecht, ethnische Herkunft/rassistische Diskriminierung, Behinderung/Beeinträchtigung, Religion und Alter), sondern ebenso anhand vielfältiger anderer Merkmale, die intersektional miteinander verflochten sind. Darunter etwa die sozioökonomische Lage, das äußere Erscheinungsbild (insbesondere Körpergewicht), Familienstatus, Staatsbürger*innenschaft und ähnliches. Diskriminierungen, verstanden als Verhalten von Individuen, Strukturen oder institutionelles Handeln, welches dazu beiträgt für einige Gruppen und ihre Mitglieder Vorteile gegenüber anderen Gruppen und ihren Mitgliedern zu schaffen, zu erhalten oder zu verstärken (Dovidio et al. 2010), müssen als konstitutives Merkmal von Gesellschaften angesehen werden. Sie fußen auf gesellschaftlichen Machtverhältnissen, die sich über lange Zeit konstituiert und reproduziert haben und bis in die Gegenwart das Zusammenleben strukturieren.

Die Studie zu Diskriminierungen und diskriminierungsrelevante Einstellungen in Sachsen hat das Ziel, ein differenziertes Bild des Lebens der von Diskriminierung betroffenen Menschen in Sachsen zu zeichnen. Sie kann dabei auf einer bestehenden Antidiskriminierungsarbeit in Sachsen, Einstellungsstudien wie den Sachsenmonitor und einzelnen Studien zu Diskriminierungserfahrungen aufbauen. Zudem knüpft die Studie methodisch an die Studie Diskriminierungserfahrungen in Deutschland an. Ziel der Studie ist die Erarbeitung spezifischer Handlungsempfehlungen,die auf landespolitischer Ebene umgesetzt werden können. Im Fokus stehen folgende übergeordnete Fragen:

  • Wie erleben Menschen in Sachsen Diskriminierung? Was nehmen sie als Diskriminierung wahr, entlang welcher Merkmale und in welchen Lebensbereichen werden Diskriminierungserfahrungen gemacht?
  • Wie reagieren die Betroffenen auf eine Diskriminierung und welche Möglichkeiten haben sie sich dagegen zur Wehr setzen?
  • Welche Bewältigungsstrategien- und Kompetenzen lassen sich identifizieren?
  • Welche Unterstützungsbedarfe gibt es?
  • Welche Folgen und Auswirkungen haben Diskriminierungserfahrungen auf das Wohlbefinden, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe und eigene gesellschaftspolitische Einstellungen?
  • Welche diskriminierungs- und gleichstellungsrelevanten Einstellungen haben Menschen in Sachsen?
  • Welche Akzeptanz finden positive Maßnahmen?