Vertrauensbruch bei Netzentgelten muss dringend korrigiert werden

Dresden, 01.02.2017

Zur aktuellen Debatte im Landtag über die Stromnetzentgelte erklärte Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner:

"Es ist ein inakzeptabler Vertrauensbruch gegenüber Bürgern und Unternehmen in den ostdeutschen Ländern, dass sich die zugesagte bundesweite Angleichung der Kosten für den Netzausbau und den stabilen Netzbetrieb nicht im Entwurf des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes findet, das letzte Woche im Bundeskabinett verabschiedet wurde. Wir fordern die Bundestagsabgeordneten deshalb auf, im parlamentarischen Verfahren für eine entsprechende Korrektur zu sorgen, die eine faire und gerechte Verteilung der Kosten umsetzt.

Es kann nicht sein, dass die Verbraucher und Unternehmen in Ostdeutschland, die am meisten zur Energiewende beitragen, gleichzeitig auch den Großteil der Kosten tragen müssen. Schon jetzt liegen die Netzentgelte hier bis zu 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Das hat signifikante Auswirkungen auf den Standortwettbewerb. So zahlt beispielsweise ein mittleres Industrieunternehmen in Dresden ein durchschnittliches Netzentgelt von kanpp 5 Cent pro Kilowattstunde, in Köln hingegen nur ca. 2,2 Cent. Damit benachteiligen hohe Stromkosten sächsische Unternehmen nicht nur im internationalen, sondern bereits im nationen Wettbewerb. Ohne eine Korrektur würde sich dieser Nachteil weiter verfestigen."